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Website-Check - Ist deine Website fit fürs Netz?

Website-Check - Ist deine Website fit fürs Netz?

Eine Website zu haben ist eine Sache. Eine Website zu haben, die für dich arbeitet, ist eine andere. Der Unterschied liegt oft nicht im Design – sondern in Details, die beim ersten Blick unsichtbar sind, aber täglich Besucher und Anfragen kosten.

Dieser Check hilft dir dabei, die wichtigsten Schwachstellen deines Webauftritts zu finden. Geh die Punkte durch und sei ehrlich mit dir.

1. Erster Eindruck: Was sieht jemand in den ersten drei Sekunden?

Drei Sekunden – so viel Zeit bekommst du, bevor ein neuer Besucher entschieden hat, ob er bleibt oder geht. Was sieht er auf deiner Startseite? Ist auf den ersten Blick klar, wer du bist, was du anbietest und wen du damit ansprechen willst?

Öffne deine Website einmal so, als würdest du sie zum ersten Mal sehen. Verdecke dann nach drei Sekunden den Bildschirm und frage jemanden in deiner Nähe: „Was macht diese Firma?" Wenn die Antwort zögert, ist das ein deutliches Signal.

2. Ladezeit: Schnell oder weg?

47 % der Nutzer erwarten, dass eine Website in unter zwei Sekunden lädt. Wer länger wartet, springt ab – und kommt oft nicht wieder. Google straft langsame Websites zusätzlich mit schlechteren Rankings ab.

Teste deine aktuelle Ladezeit kostenlos unter pagespeed.web.dev. Ein Score unter 50 ist ein ernstes Warnsignal. Die häufigsten Ursachen für schlechte Werte: zu große Bilder, nicht optimierter Code, fehlende Caching-Einstellungen und veraltete Server-Umgebungen.

3. Mobile Darstellung: Wie sieht deine Seite auf dem Smartphone aus?

Mehr als die Hälfte aller Websitebesuche findet heute über mobile Geräte statt. Google bewertet Websites primär auf Basis ihrer mobilen Version. Eine Seite, die auf dem Desktop schön aussieht, auf dem Smartphone aber zoomt, bricht oder langsam lädt, ist keine halbe Website – sie ist ein Problem.

Teste das auf deinem eigenen Smartphone: Ist der Text ohne Zoomen lesbar? Sind Buttons groß genug zum Tippen? Funktioniert das Menü? Lässt sich das Kontaktformular einfach ausfüllen? Wenn du dabei zögerst, zögern deine Besucher auch.

4. Klare Zielgruppenansprache: Sprichst du die richtigen Menschen an?

Eine Website, die alle ansprechen will, spricht niemanden wirklich an. Definiere, für wen deine Seite gemacht ist – und dann sprich diese Menschen direkt an: in der Sprache, die sie kennen, mit den Problemen, die sie beschäftigen, und mit Lösungen, die zu ihnen passen.

Schau dir deine Texte kritisch an: Stehen da Sätze wie „Wir bieten qualitativ hochwertige Lösungen für anspruchsvolle Kunden"? Das sagt nichts. Was genau machst du, für wen und warum sollte jemand dich beauftragen und nicht jemand anderen?

5. Inhalte: Fehlerfreiheit, Mehrwert und Aktualität

Texte mit Rechtschreibfehlern oder grammatikalisch holprigen Sätzen wirken unprofessionell – egal wie gut das Design drumherum ist. Lies deine wichtigsten Seiten einmal laut vor. Was sich seltsam anhört, liest sich seltsam.

Prüfe außerdem: Sind die Inhalte noch aktuell? Alte Telefonnummern, veraltete Leistungsbeschreibungen oder ein „Team"-Foto mit Mitarbeitern, die längst weg sind, schaden deiner Glaubwürdigkeit mehr als eine leere Seite. Und: Kann deine Zielgruppe die Texte selbst pflegen, oder bist du für jede Änderung auf deine Agentur angewiesen?

6. SEO-Grundlagen: Wirst du überhaupt gefunden?

Gutes SEO beginnt lange vor dem eigentlichen Schreiben. Die Grundfrage ist: Für welche Suchbegriffe willst du gefunden werden – und sind diese Begriffe auch auf deiner Seite vorhanden? In Überschriften, im Fließtext und in den Meta-Beschreibungen?

Prüfe außerdem die technische Basis: Hat jede Seite einen eigenen Titel und eine Meta-Beschreibung? Sind die Überschriften sauber strukturiert (H1, H2, H3)? Gibt es interne Verlinkungen zwischen deinen Seiten? Sind Bilder mit Alt-Texten versehen? Diese Basics klingen unspektakulär, aber sie machen einen messbaren Unterschied in den Rankings.

7. Navigation und Struktur: Finden Besucher, was sie suchen?

Stell dir vor, jemand besucht deine Website mit einer konkreten Frage: „Was kostet das?" oder „Wie kann ich Kontakt aufnehmen?". Wie viele Klicks braucht er, bis er die Antwort findet?

Eine gute Navigation ist selbsterklärend, kurz und konsequent. Vermeide Menüpunkte, die nur intern Sinn ergeben. Vermeide tiefe Hierarchien. Und prüfe: Gibt es auf jeder wichtigen Seite eine klare Handlungsaufforderung – einen Button, einen Link, eine Telefonnummer?

8. Bilder und visuelle Qualität

Stockfotos, die man auf zehn anderen Websites wiederfindet, schaffen kein Vertrauen. Wenn möglich, investiere in echte Fotos: von dir, deinem Team, deinem Büro, deiner Arbeit. Authentische Bilder sind einer der wirksamsten Vertrauensfaktoren überhaupt.

Achte gleichzeitig auf die technische Qualität: Bilder sollten für das Web komprimiert sein (ohne sichtbaren Qualitätsverlust), in modernen Formaten wie WebP vorliegen und nicht größer hochgeladen werden als sie dargestellt werden. Ein einzelnes unkomprimiertes Bild kann die Ladezeit einer ganzen Seite verdoppeln.

9. Rechtliche Anforderungen: Bist du auf der sicheren Seite?

Eine rechtskonforme Website braucht im Jahr 2025 mindestens:

  • Ein vollständiges Impressum mit allen gesetzlich vorgeschriebenen Angaben
  • Eine aktuelle Datenschutzerklärung, die alle Datenverarbeitungsvorgänge abdeckt
  • Einen datenschutzkonformen Cookie-Consent-Banner – mit echtem Opt-out, ohne Dark Patterns
  • Ein SSL-Zertifikat (HTTPS) – heute Standard, aber immer noch nicht überall vorhanden
  • Lokales Hosting von Google Fonts und korrekte Einbindung externer Dienste wie Google Maps oder YouTube

Fehlende oder veraltete Datenschutzerklärungen, nicht konforme Cookie-Banner und fehlende Impressumsangaben gehören zu den häufigsten Abmahn-Gründen. Das lässt sich mit überschaubarem Aufwand abstellen.

10. Conversion: Tut deine Website, wofür sie gebaut wurde?

Zu guter Letzt die entscheidende Frage: Was soll ein Besucher auf deiner Website tun? Dich anrufen, eine Anfrage senden, ein Angebot anfordern, einen Termin buchen? Wenn du diese Frage nicht sofort beantworten kannst, ist das die erste Baustelle.

Schaue dann, ob diese Handlung auf deiner Website einfach und offensichtlich möglich ist. Ist der Call-to-Action gut sichtbar? Gibt es ihn auf jeder wichtigen Seite? Funktioniert das Kontaktformular auch auf dem Smartphone? Sind deine Kontaktdaten im Header oder Footer sofort sichtbar?

Eine Website, die schön aussieht aber keine Anfragen generiert, hat ihren Job nicht erledigt.

Was tun, wenn mehrere Punkte nicht stimmen?

Wenn du bei drei oder mehr Punkten genickt hast, ist ein strukturierter Website-Check der sinnvolle nächste Schritt. Nicht jede Schwachstelle erfordert sofort einen kompletten Relaunch – manchmal reichen gezielte Verbesserungen. Manchmal zeigt sich aber auch, dass das Fundament nicht mehr trägt.

Der Unterschied zwischen beiden liegt oft in einem ehrlichen Blick von außen.