Website-Relaunch: Was du vorher planen musst, damit es hinterher funktioniert
Du hast entschieden: Die Website muss neu. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit – nicht das Design, nicht die Technik, sondern die Fragen davor. Welche Ziele soll die neue Website erreichen? Für wen wird sie gebaut? Was hat bisher nicht funktioniert – und warum?
Ein Relaunch ohne Konzept ist teuer. Nicht weil er mehr kostet als geplant, sondern weil er am Ende eine neue Website liefert, die dieselben Probleme hat wie die alte – nur mit frischeren Farben. Diese Punkte helfen dir, das zu vermeiden.
1. Ziele definieren – bevor irgendjemand einen Stift anfasst
Die erste Frage eines Relaunches ist nicht „Wie soll es aussehen?" sondern „Was soll es leisten?" Eine Website ohne messbare Ziele kann ihren Erfolg nicht beweisen – und lässt sich auch nicht gezielt verbessern.
Konkrete Ziele könnten sein: mehr Kontaktanfragen über das Formular, bessere Rankings für bestimmte Suchbegriffe, niedrigere Absprungrate, mehr Anfragen aus einer bestimmten Region oder eine deutlich bessere Darstellung auf mobilen Geräten. Wer diese Ziele vor dem Relaunch definiert, kann hinterher prüfen, ob er sie erreicht hat.
2. Zielgruppe neu analysieren
Im Laufe der Jahre verändert sich eine Zielgruppe. Vielleicht hat sich der Fokus des Unternehmens verschoben, ein neues Leistungsangebot ist hinzugekommen oder die bisherige Kundschaft hat sich gewandelt. Ein Relaunch ist die richtige Gelegenheit, die Zielgruppe nicht einfach zu übernehmen, sondern neu zu hinterfragen.
Wer sind die wichtigsten Kundentypen heute? Welche Probleme bringen sie mit? Welche Sprache sprechen sie? Wie suchen sie – und wonach? Eine B2B-Website, die Agenturen anspricht, funktioniert nach anderen Prinzipien als eine B2C-Website für Endkunden. Layout, Sprache, Inhalte und Navigation müssen konsequent auf die tatsächliche Zielgruppe ausgerichtet sein – nicht auf die Zielgruppe von vor fünf Jahren.
3. Wettbewerbsanalyse: Was macht die Konkurrenz besser?
Bevor ein neues Konzept entsteht, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf die Mitbewerber. Nicht um zu kopieren, sondern um zu verstehen: Was funktioniert bei anderen – und warum? Welche Inhalte ranken bei Google? Wie sprechen sie ihre Zielgruppe an? Welche Stärken haben ihre Seiten in Sachen Nutzerführung und Conversion?
Aus dieser Analyse entstehen zwei Erkenntnisse: erstens, welcher Standard heute erwartet wird, und zweitens, wo echte Differenzierung möglich ist. Die eigenen Alleinstellungsmerkmale müssen auf der neuen Website deutlich sichtbarer sein als alles, was die Konkurrenz auch anbietet.
4. Bestandsaufnahme: Was bleibt, was geht, was kommt neu?
Nicht alles an der alten Website ist schlecht. Manche Inhalte ranken gut, manche Seiten haben hohe Verweildauer, manche Texte konvertieren bereits. Diese Stärken zu kennen, bevor man alles löscht, ist entscheidend – denn ein Relaunch kann das Google-Ranking kurzfristig negativ beeinflussen, wenn bestehende SEO-Stärken nicht sorgfältig übernommen werden.
Prüfe vor dem Relaunch: Welche Seiten haben organischen Traffic? Welche Inhalte sind verlinkt? Welche URLs sind bei Google indexiert? Diese Seiten brauchen sogenannte 301-Weiterleitungen – damit Google und Besucher nach dem Launch automatisch auf die neuen Adressen weitergeleitet werden, ohne dass Rankings verloren gehen.
5. Inhalte vor dem Design
Einer der häufigsten Fehler bei einem Relaunch: Das Design wird fertiggestellt, und dann beginnt die Arbeit an den Texten. Das führt fast immer zu Problemen – denn echte Inhalte passen selten perfekt in Layouts, die ohne sie entwickelt wurden.
Besser: Kernbotschaften, wichtige Texte und die grobe Inhaltsstruktur stehen fest, bevor das Design beginnt. Das gilt besonders für die Startseite. Was ist der eine Satz, der in drei Sekunden erklärt, wer du bist und was du anbietest? Dieser Satz muss existieren, bevor irgendjemand Farben oder Layouts auswählt.
6. Navigation und Struktur: Weniger ist mehr
Ein Relaunch ist die beste Gelegenheit, überflüssige Seiten zu streichen und die Navigation auf das Wesentliche zu reduzieren. Nutzer, die auf einer Website nicht innerhalb weniger Sekunden finden, was sie suchen, gehen – und kommen meist nicht zurück.
Prüfe bei jedem Menüpunkt: Braucht ein Besucher das wirklich? Oder ist das ein Punkt, der intern Sinn ergibt, aber für Kunden keine Rolle spielt? Gute Navigation führt Besucher schnell dorthin, wo sie eine Entscheidung treffen können – zur Kontaktseite, zum Angebotsformular, zum Telefon.
7. SEO von Anfang an einplanen
SEO ist keine nachträgliche Maßnahme – sie wird beim Aufbau der Website festgelegt. URL-Struktur, Seitenstruktur, Ladezeiten, interne Verlinkung, Überschriftenhierarchie: Das alles entsteht in der Konzeptphase. Wer SEO als Nachgedanken behandelt, zahlt doppelt – einmal für den Relaunch und einmal für die spätere Korrektur.
Definiere vor dem Relaunch: Für welche Suchbegriffe soll die neue Website gefunden werden? Welche Seiten braucht es dafür? Wie heißen die URLs? Welche bestehenden Rankings müssen geschützt werden? Diese Fragen gehören in das Konzept – nicht in die Phase nach dem Launch.
8. Barrierefreiheit und rechtliche Anforderungen
Seit Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) in Deutschland. Viele Unternehmen sind damit verpflichtet, ihre Websites für alle Menschen zugänglich zu gestalten. Ein Relaunch ist die ideale Gelegenheit, diese Anforderungen von Anfang an sauber zu erfüllen – statt sie nachträglich aufzupfropfen.
Gleichzeitig gehören eine aktuelle Datenschutzerklärung, ein korrektes Impressum und ein datenschutzkonformer Cookie-Consent-Banner zur Pflichtausstattung jeder Website. Wer einen Relaunch durchführt, ohne diese Punkte zu prüfen, riskiert Abmahnungen kurz nach dem Launch.
9. Testen vor dem Launch – und danach nicht aufhören
Vor dem Launch wird jede Seite auf verschiedenen Geräten und Browsern getestet: Smartphone, Tablet, Desktop. Alle Formulare werden ausgefüllt. Alle Links werden überprüft. Alle Weiterleitungen werden getestet. Das klingt aufwendig – und ist es auch. Aber Fehler, die Besucher nach dem Launch erleben, kosten Vertrauen, das schwer zurückzugewinnen ist.
Nach dem Launch beginnt die kontinuierliche Optimierung: Welche Seiten haben hohe Absprungraten? Wo brechen Nutzer im Formular ab? Welche Keywords bringen Traffic, welche nicht? Ein Relaunch ist kein Abschlusspunkt – er ist der Start einer neuen Phase.
10. Das richtige CMS wählen
Die Wahl des CMS entscheidet darüber, wie gut du die neue Website langfristig selbst pflegen kannst. Ein gutes CMS ermöglicht es, Texte, Bilder und Inhalte ohne Programmierkenntnisse zu aktualisieren – schnell, sicher und ohne jedes Mal die Agentur einschalten zu müssen.
Contao bietet hier eine solide Grundlage: strukturiert, sicher, flexibel und in Deutschland weit verbreitet. Mit der aktuellen Version 5.7 ist die Plattform technisch auf dem neuesten Stand und für die nächsten Jahre gut aufgestellt.
Fazit
Ein Website-Relaunch ist eine Investition – in Zeit, Geld und Energie. Wer diese Investition schützen will, sorgt dafür, dass die Grundlage stimmt: klare Ziele, eine definierte Zielgruppe, eine durchdachte Struktur und SEO als Fundament, nicht als Nachgedanke. Der Rest – Design, Texte, Technik – folgt daraus.